5. SYMPOSIUM – Kandidatencheck für die Kommunalwahl 2026

Oberstdorf-for-Future stellt Politiker Fragen zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit

 

Am 26. Januar 2026 fand im Wittelsbacher Hof in Oberstdorf eine von Oberstdorf-for-Future (OfF) organisierte Veranstaltung statt die es in dieser Form in Oberstdorf noch nie gab. Vertreter:innen der sich zur Wahl stellenden Parteien stellten sich den Fragen des Moderatorenteams zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Auch beim 5. Symposium von OfF war das Interesse wieder sehr groß. Mehr als zwei Stunden informierten und diskutierten die Podiumsteilnehmer:innen und nutzten die Gelegenheit ihre eigene und die Positionen ihrer Parteien, für die sie bei der Kommunalwahl antreten, darzustellen. Viele Fragen aus dem Publikum trugen zu einer rundum gelungenen Veranstaltung bei. Mehr zur Veranstaltung weiter unten in der Presseerklärung von Oberstdorf-for-Future.

Reges Interesse an Positionen zum Klimaschutz

Auch das lässt sich im Wahlkampf erleben: Kandidaten für die Kommunalwahl aus allen Parteien und Gruppierungen sind sich beim Wahl-Check von Oberstdorf-for-Future (OfF) einig darin, dass Klimaschutz und Klimaanpassung entscheidend für die Zukunft von Oberstdorf sein werden. Selbst als sich dann im Detail unterschiedliche Positionen zeigten, war die Veranstaltung geprägt von gegenseitigem Respekt, hohem Interesse an fundierten Informationen und zukunftsweisenden Lösungen.

Wie wichtig den Wählenden die Themen rund um Nachhaltigkeit sind, zeigte das große Interesse. Rund 100 Besucher nutzten das Angebot, das es in dieser Form im Markt noch nicht gegeben hat, um Fragen zu stellen und Schwerpunkte für eine enkeltaugliche Zukunft herauszuarbeiten. Das Symposium von Oberstdorf-for-Future, längst zur guten Tradition geworden, stand diesmal ganz im Zeichen der bevorstehenden Kommunalwahl. Zum fünften Mal hieß das übergeordnete Ziel „100 % klimaneutrales Oberstdorf“. Frank Lohmann von OfF verwies darauf, dass die kleine Gruppe der Klima-Aktiven mit ihrer Themensetzung unter anderem für zukunftsfähigen Tourismus oder bezahlbares Wohnen Impulse in die Gemeinde eingebracht haben, die nachhaltig wirken und unter anderem im Zukunftsbild aufgegriffen sind.

Diesmal stellten sich drei Bewerberinnen und drei Bewerber für die Mitarbeit im Gemeinderat den Fragen der Moderatoren Klaus Gimmler und Katharina Schwendinger. Bergith Hornbacher-Burgstaller ist schon seit 2008 für die Grünen im Gemeinderat und derzeit 3. Bürgermeisterin. Judith Scholz (38 Jahre) von der OAL hat Schwerpunkte im Bereich Landwirtschaft und Saatgut. Pauline Mies von den Freien Wählern will nicht nur beruflich als Nachhaltigkeitsmanagerin Umwelt und Wirtschaft zusammen denken. Die 26jährige sieht sich als Bindeglied zu den Jungen im Dorf. Dafür steht auch Kornelius Steiner (34) von der FDP. Seine langjährige Erfahrung in der Kommunalwahlpolitik betont David Berktold. Der Landwirt kandidiert erneut für die CSU. Noch vier Jahre länger als er ist Max Hornik von der UOL im Gemeinderat aktiv. Der Bio-Landwirt arbeitet seit 2002 in diesem Gremium mit.

OfF hatte drei Themenbereiche definiert und Achim Wagner eröffnete mit der Kurzbeschreibung des Status Quo den Block Strom. Für 100% regenerativen Strom für Oberstdorf setzen Berktold und Scholz nicht nur auf Photovoltaik, über deren Bedeutung und Potential alle einig waren, sondern auch auf Wasserkraft. Da ist Bergith Hornbacher-Burgstaller skeptischer. Sie sieht die Möglichkeiten weitgehend ausgereizt und betonte die Chancen durch Kooperationen mit regionalen Windkraft-Energielieferanten. Hinweise auf die Notwendigkeit von Speicheranlagen kamen nicht nur aus dem Publikum, sondern unter anderem auch von Mies und Scholz. In Sachen Straßenbeleuchtung mahnten Bürger weitere Reduzierungen im Strom-Verbrauch an, das wollen die Parteien aufgreifen.

Beim Themenbereich Wärme bilanzierte Pia Regensburger (OfF) nur knapp 14 Prozent Anteil erneuerbarer Energien. Das leitete zur Frage über: Wie heizen wir in Zukunft? Aus dem Publikum gab es Erfahrungsberichte zu Wärmepumpen auch in Kombination mit Photovoltaik, die allerdings im Winter nicht so leistungsfähig ist. Deutlich war der Hinweis, dass Energie bezahlbar sein muss und soziale Lösungen mitgedacht werden müssen. Bergith Hornbacher-Burgstaller kündigte die Vorstellung des Konzeptes zur Wärmeplanung an und verwies auf quartierbezogene Lösungen. Für David Berkhold sind Großwärmepumpen ein Ansatz, wenn ausreichend Speicherkapazitäten aufgebaut werden. Kornelius Steiner hält Nahwärmenetze gemeinsam mit Hotels für möglich. Max Hornik betonte, dass die Ortssatzung zur Gestaltung von Gebäuden bereits so geändert wurde, dass es leichter möglich ist, Dächer wärmedichter zu machen. Bemängelt wurde jedoch, dass Fassaden-Photovoltaik nur als Ausnahme erlaubt ist.

Den Themen-Block Verkehr führte Alfred Juraschitz (OfF) ein und fragte: Wie kann der Individual-Verkehr in Oberstdorf, unter dem so viele Bürger leiden, reduziert werden? Sein Vorschlag, die Bevorzugung des öffentlichen Verkehrsangebotes durch eine reduzierte Kurtaxe zu steigern, stieß bei Steiner auf positive Resonanz. Hornik sieht den wichtigsten Hebel im pünktlichen und regelmäßigen Schienenverkehr und erntete für seine Aussage „mit dr Bahn schwätze isch wie mit ar Küh schwätze“ Applaus. Trotzdem hält Judith Scholz Gespräche mit der Bahn nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Bewerbung um die Ski-Weltmeisterschaften für notwendig. Hornbacher-Burgstaller will das Ziel verfolgen, Verkehr aus dem Dorf rauszukriegen. Sie ist sicher: „Das will doch jeder Oberstdorfer“. David Berktold plädierte dafür, das Zukunftsbild Tourismus gemeinsam mit dem Kleinwalsertal weiterzuentwickeln: „Skifahrer wollen direkte Verbindung in die Skigebiete.“ Lebhaft wurde es bei der Diskussion über die Gestaltung der Bahnhofvorplatzes. Den Verkehr nur umzulenken, sahen die meisten als kontraproduktiv an. Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern Lösungen zu suchen sei der richtige Weg. Dabei könnte auch über günstigere Bus-Tarife für Einheimische nachgedacht werden. Angeregt wurde, die Vorschläge aus dem Mobilitätskonzept engagierter umzusetzen. Pauline Mies appellierte an die Eigenverantwortung: „Wir sind alle zu bequem, sollten öfter Rad fahren, uns vernetzen, Fahrgemeinschaften bilden.“ Da wirkte die Information von Pia Regensburger, die vom drohenden Ende des von ihr initiierten Car-Sharing-Angebotes mangels Beteiligung sprach, wie eine kalte Dusche. Das schmälerte allerdings den Wert der außergewöhnlichen und außergewöhnlich interessanten Veranstaltung von Oberstdorf-for-Future in keiner Weise. Sowohl die Kandidaten auf dem Podium als auch die Besucher äußerten sich überaus angetan von der Möglichkeit dieses Wahl-Checks rund um den zukunftsfähigen Lebensstil in Oberstdorf. „Wir als kleines Häuflein klima- und nachhaltigkeitsbewegter Menschen haben mit diesem fünften Symposium unsere Rolle als Vordenker gut erfüllt,“ bilanzierte dann auch zufrieden das Orga-Team von OfF.

>> Renée Herrnkind – Journalistinbüro Schwarz auf Weiß – 87561 Oberstdorf<<

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